"Im Sinne der Kunden keine Kompromisse"

Im Sinne der Kunden keine Kompromisse
Foto: Privat

Schwimmbad- und Wellnessdesigner, Illusionsmaler, Wohnraumgestalter: Paul-Bertram ­Petereit hat einen ganzheitlichen Blick auf den  Schwimmbadbau. Ein Interview über gestalterische und technische Aspekte des Poolbaus – und über seinen neu entwickelten Beckenkopf für Skimmerbecken.

Frage: Herr Petereit, mal angenommen, ich möchte mir einen Indoorpool zulegen. Was würden Sie als Fachmann für Schwimmbaddesign raten? Was müsste ich ich im Vorfeld klären?
Petereit: Bei all meinen Anfragen versuche ich gleich schon mal am Telefon das Budget zu klären. Die Antwort bestimmt maßgeblich, in welche Empfehlung meine Beratung gehen wird. Hier klaffen oft ganz große Lücken zwischen Wunschvorstellung und tatsächlichem Etat. Bei realistischer Einschätzung bleibt dann meist nur ein Skimmerbecken mit Folienauskleidung als bestmögliche Lösung übrig. Ich teile meine Beratung hierbei in mehrere Schritte auf.
Erstens: Was ist bei einem gut funktionierenden Schwimmbad „medizinisch“ notwendig und wo sollten auch im Interesse der Nachhaltigkeit (beispielsweise Bauphysik und Betriebskosten) keine Kompromisse gemacht werden. Hierzu gehört beispielsweise eine vernünftige Klimatisierung, die energieeffizient unbedingt mit der Wassaufbereitung kommunizieren soll, um die Betriebskosten gering zu halten. Bei der Wasseraufbereitung häufen sich die Anfragen nach Salzelektrolyse, insbesondere wenn Chlorempfindlichkeit oder Hautprobleme ein Thema sind. Hier müssten wir dann von Beginn an natürlich die Rostfreiheit aller Einbauteile im Auge behalten. Des Weiteren halte ich das Thema Dampfsperre mit einer zusätzlichen innenliegenden Wärmedämmung für fundamental wichtig. Nicht nur wegen möglicher Bauschäden (Taupunktproblem Schimmel etc.).
Jede Klimaanlage ist dankbar für eine solche Lösung, da man Zugigkeiten an den Wänden verhindert, das Klima im Nichtbetriebszustand, falls Rollladenabdeckung über dem Wasser vorhanden, sogar unter die Wassertemperatur fahren kann. Die Wände müssen nicht ständig komplett wieder aufgeheizt werden. Ein Riesenvorteil, insbesondere, wenn das Schwimmbad mal längere Zeit nicht in Betrieb ist. Des Weiteren habe ich erlebt, dass Kunden, die auf eine solche Innendämmung verzichtet haben, oft große Probleme mit der Schallreflektion bei reinen Betonwänden hatten, die beispielsweise nur mit einer Flüssigdampfsperre ohne Dämmplatten beplankt wurden. Hier mache ich insbesondere auch im 
Interesse des Kunden keine Kompromisse.

Frage: Was ist mit der Deckengestaltung?
Petereit: Falls baulich darstellbar, empfehle ich immer eine Abhangdecke. Hier ist man dann recht flexibel was den späteren Einbau von Beleuchtung und Beschallung betrifft. Darüber hinaus nutze ich oft den Hohlraum dieser Decke für den Abtransport der Abluft . Da arbeite ich gerne mit Schattenfugen und vermeide die hässlichen Lüftungsgitter, um welche sich früher oder später immer ein Schmutzhof bildet. Kanäle bleiben darüber hinaus versteckt. Durch die Konstruktion der Abhangdecke vermeide ich ebenfalls viele unnötige Durchbrüche der Dampfsperre bei etwa geplanten Einbauteilen wie Lampen oder Lautsprechern. Wichtig auch hier ist die Vorplanung: Oft wird eine sinnvolle Rohbauhöhe von etwa drei Metern wieder ­kaputtgemacht, wenn aus statischen Gründen ein Unterzug eingebaut wird, darunter noch Lüftungskanäle sowie die Abhangdecke. Dann geht man nachher wegen mangelnder Raumhöhe geduckt durch die Halle.

Frage: Angenommen, ich entscheide mich für ein Skimmerbecken. Was sind die Vorteile, auf was muss ich achten?
Petereit: Ein Skimmerbecken hat neben der Frage der Anschaffungskosten (circa 40 Prozent billiger als ein Überlaufbecken) auch noch andere Vorteile. Ich habe Kunden, die sich durchaus ein Becken mit Überlaufrinne leisten können, sich jedoch für ein Skimmerbecken entschieden haben. Warum? Überlaufbecken sind ihnen einfach zu laut. Das lässt sich auch bei optimalster Ausführung nicht ganz vermeiden. Alleine aus Platzgründen ist eine Überlaufrinne in vielen Fällen nicht darstellbar. Das Skimmerbecken ist unschlagbar leise, jedoch zugegebenermaßen nur bei Privatkunden hier in Deutschland zugelassen. Jedoch ist insbesondere bei Skimmerbecken mit Folienauskleidung bisher einigen Detaillösungen wenig Beachtung geschenkt worden.

Dieser Skimmerpool wurde von Paul-Bertram Petereit entworfen. Er besitzt einen Beckenkopf mit Schwappkante, wodurch weniger Wasser aus dem Becken herausschwappt. Foto: Paul-Bertram Petereit

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