Kompakte Keimbarriere für ­ungetrübten Badespaß

Kompakte Keimbarriere für ­ungetrübten Badespaß

Das Ziel einer Schwimmbadwasseraufbereitungsanlage ist, eine gleichbleibend hygienisch einwandfreie Badewasserqualität sicherzustellen. Um in privaten Schwimmbädern die ­Hygieneanforderungen sicher einhalten zu können, stellt die Membrantechnologie eine ­zuverlässige und platzsparende Aufbereitungstechnik dar.

Private Schwimmbecken und Whirlpools werten ein Eigenheim durch mehr Freizeitwert und Erholungsfaktor auf. Damit im eigenen Schwimmbad ungetrübter Badespaß garantiert ist, soll das Badewasser den Benutzer nicht nur zum Schwimmen und Baden einladen, sondern muss auch den allgemeingültigen Hygieneanforderungen genügen. Wasserhygiene ist auch in privaten Wohngebäuden ein für die Gesundheit relevantes Thema und stellt hohe Anforderungen an die Qualität von Schwimmbadwasser.

Anforderungen an das ­Beckenwasser

Die Anforderungen an die Schwimmbadwasserhygiene werden durch Normen, Verordnungen und Regelwerke bestimmt, unterscheiden sich jedoch generell nach privater oder öffentlicher Nutzung. Unter dem Begriff Privatschwimmbad ist ausschließlich das Schwimmbad im privaten Einfamilienhaus zu verstehen. Sobald ein Schwimmbad von einem unbestimmten, wechselnden Personenkreis genutzt wird, handelt es sich um ein öffentliches Schwimmbad, das entsprechend der geltenden Normen und Regelwerke auszulegen und zu betreiben ist. Somit ist bereits ein Schwimmbad in einem Mehrfamilienhaus, welches von mehreren Parteien genutzt wird, ein öffentliches Schwimmbad, das gemäß der hierfür geltenden Norm DIN 19643 – Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser – auszulegen ist. Für private Schwimmbäder empfiehlt sich eine Auslegung der Wasseraufbereitungstechnik anhand der durch den Fachverband – Bundesverband Schwimmbad & Wellness (bsw) – herausgegebenen Richtlinien. Die Erfüllung der DIN 19643 ist nur für öffentlich genutzte Schwimm- und Badebecken vorgeschrieben, für private jedoch ist diese Norm nicht zwingend. Da aber auch in einem privat genutzten Schwimmbecken Verunreinigungen des Beckenwassers vorkommen, sollten diese in Anlehnung an das technische Regelwerk sorgfältig konstruiert, gefertigt, geplant, installiert und betrieben werden.

Schwimmen in exzellent reinem Wasser

Eine Schwimmbadwasseraufbereitungsanlage muss dafür sorgen, dass die Wasserqualität im Pool keimfrei ist. Neben der wirkungsvollen Beseitigung des äußeren Eintrags von Verunreinigungen sind die hygienischen Anforderungen auch durch die Entfernung von organischen sowie chemisch-biologischen Schadstoffen zu erfüllen. Die richtige Planung der Schwimmbadanlage ist die Basis für ein späteres unbeschwertes Badevergnügen. Durch eine fachgerechte Auslegung können Kosten bei Bau und Unterhalt eingespart werden. Um die geforderte hygienische Wasserqualität zu erzielen, sind bei der Planung der Wasseraufbereitungsanlage die Parameter Filtration, Beckenhydraulik, Desinfektion und Frischwasserzugabe zu berücksichtigen und aufeinander abzustimmen. Zu den Hauptkomponenten einer herkömmlich ausgeführten Schwimmbadwasseraufbereitungsanlage zählen: Filteranlage zur Entfernung von Schmutzpartikeln, Skimmer und Überlaufrinne zur Entnahme des abgebadeten und belasteten Beckenwassers und Zuführung zur Aufbereitungsanlage, Wasserspeicher zur Aufnahme des Überlauf- und Verdrängungswassers sowie zur Bevorratung von Rückspülwasser für die Filter­spülung, Mess-, Regel- und Dosiertechnik für die automatische Zugabe von Schwimmbadpflegeprodukten, Einströmdüsen zur gleichmäßigen Verteilung des aufbereiteten Wassers in den Pool sowie die Frischwasserzugabe gemäß Trink­wasserverordnung.

Schwimmbadwasseraufbereitung mit Ultrafiltration

Neue Entwicklungen im Bereich der Wasseraufbereitungstechnik ermöglichen für die Schwimmbadwasseraufbereitung die Bereitstellung von hygienisch reinem Beckenwasser bei minimalem Einsatz von Desinfektionsmitteln. Durch den Einsatz von Membrantechnologie – das Kernelement dieses Aufbereitungsverfahrens bildet ein Ultrafiltrationsmodul – werden Schmutzpartikel, Viren, Bakterien (beispielsweise Legionellen) und Parasiten aus dem Schwimmbadwasser entfernt. Die Ultrafiltration ist ein Absorptionsverfahren (Abscheidung), bei dem das Schwimmbadwasser durch Membranmodule strömt. Dieses Filtrationssystem ist in der Lage, 99,99 % der im Wasser vorhandenen Partikel sowie Keime zuverlässig zurückzuhalten. Bei konventioneller Filtertechnologie ist der Rückhaltegrad wesentlich niedriger. Möglich wird diese hohe Filtrationsleistung durch Kapillar-Membranen, die aus Hohlfasern bestehen. Die ­Ultrafiltrationstechnologie hat sich seit vielen Jahren in der öffentlichen Schwimmbad­technik bewährt. Dadurch ist es nur konsequent, diese Technologie auch im ­privaten Bereich einzusetzen. In der von Grünbeck neu entwickelten Ultrafiltrationsanlage „spaliQ:UF150“ weisen die Membranen eine Filterfeinheit von 0,02 µm auf. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist durchschnittlich 5.000-mal dicker. Eine drehzahlgeregelte Umwälzpumpe fördert mit automatischer Leistungsanpassung das Schwimmbadwasser aus einem Skimmer oder Rohwasserspeicher und sorgt dadurch für eine gleichbleibend optimale Beckendurchströmung. Eine Filtervorstufe mit automatischer Rückspüleinheit hält zunächst grobe Schmutzpartikel (> 200 µm) zurück. Durch eine speziell entwickelte geräteinterne Rückspülung entfallen Komponenten wie Spülwasserbehälter und -pumpe einschließlich dafür benötigter Verrohrungen. Beim Rückspülvorgang handelt es sich um eine patentierte Filtrat-Rückspülung. Das bedeutet, dass das verwendete Rückspülwasser bereits das Membranmodul passiert hat und somit frei von Partikeln sowie Keimen ist. Eine Rückverkeimung über das Spülwasser ist somit ausgeschlossen. Der Rohwasserspeicher kann entsprechend kleiner ausgeführt werden, da er nur Schwall- und Verdrängungswasser aufnehmen muss. Dadurch benötigt das Anlagenrack der vormontierten und aufstellfertigen Aufbereitungsanlage einschließlich der integrierten Filtrations- und Umwälztechnik sowie der Steuerung nur eine Stellfläche von B x H x T = 1 500 x 1 800 x 900 mm. Eine zweiteilige Modulbauweise ermöglicht insbesondere in bestehenden Schwimmbadbereichen eine einfache Einbringung. Bei Neubauten wird durch die kompakte Bauweise wenig Raum für die Aufstellung der Technik benötigt. Die Dimensionierung der Kanalleitung kann kleiner erfolgen, da Spülwasser nur in geringeren Volumenströmen anfällt. Die Bedieneinheit stellt auf einem Touchscreen-Display für den Schwimmbadbesitzer die Einstellungen und Betriebszustände übersichtlich dar und ermöglicht per Fingertipp und intuitiver Menüführung eine leichte Bedienung. Ebenso kann über eine integrierte LAN/WLAN-Schnittstelle die Anlage über ein browserfähiges Endgerät (z. B. Tablet oder Smartphone) einfach bedient und überwacht werden. Darüber hinaus bietet die Steuerung zusätzliche Betriebsoptionen wie zum Beispiel den abgesenkten Betrieb für Zeiten, in denen das Schwimmbad nicht genutzt wird.

Foto: Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH

Autor dieses Fachartikels: Jürgen Weißenburger, Abteilungsleiter Vetrieb ­Systeme, ­Grünbeck Wasseraufbereitungs GmbH

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