Der Beckenbauer aus Kaarst

Der Beckenbauer aus Kaarst

Die Firma Krülland aus Kaarst blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. In den 1950er-Jahren als Pionier der deutschen Schwimmbadbranche gestartet, wird das Unternehmen seit 2005 von Geschäftsführer Dieter Tischer konsequent als Qualitäts­führer positioniert. Im Gespräch mit Schwimmbad & Sauna erläutert der gebürtige ­Düsseldorfer, wie er sein Unternehmen fit für die Zukunft macht.

„Unser Motto lautet Lebensqualität schaffen.“ Das sei das, so Dieter Tischer, was der Kunde von Krülland erwarten könne. Qualität stehe bei Krülland grundsätzlich im Zentrum aller Geschäftsbeziehungen. Ob es um Beratungsqualität gegenüber Architekten oder um Kommunikationsqualität unter den eigenen Mitarbeitern gehe. „Da schließt sich auch der Bogen zur Topras“, sieht Dieter Tischer die vor über einem Jahr beschlossene Verbandsmitgliedschaft als logische Konsequenz seiner Firmenausrichtung.

Begonnen hatte alles bereits 1934 als kleine Schreinerei für Fenster- und Türenbau. Im Laufe der Zeit kristallisierten sich bei Krülland zwei Geschäftsbereiche heraus: Technischer Sonnenschutz einerseits und seit 1957 Schwimmbecken. „Damit sind wir eines der ältesten Unternehmen im Schwimmbadbau in Deutschland“, betont Dieter Tischer. Aluminium-Aufstellbecken und Einhängefilter waren Markenzeichen, die das Image der Firma vom Niederrhein über Jahrzehnte prägten. 2005 dann der große Schnitt: Krülland musste wegen der Sonnenschutzsparte Insolvenz anmelden und sich im Zuge einer geplanten Sanierung neu aufstellen.

Dieter ­Tischer, seit 1991 im Unternehmen, übernahm mit der neu gegründeten Krülland Wassertechnologie GmbH den Schwimmbadbereich, während das größere Geschäftsfeld Sonnenschutz an die österreichische Hella Gruppe verkauft wurde. Vor gut zwei Jahren zog Krülland dann vom langjährigen Standort an der A 57-Anschlussstelle weiter ins Zentrum in die Industriestraße – die neuen Räumlichkeiten mit Showroom sollen die Servicequalität für die Kunden noch einmal erhöhen.

Zukunft im Premiumsegment
Nicht nur räumlich ist eine klare Veränderung eingetreten:  Die frühere Ausrichtung als Hersteller ist heute einem neuen Selbstverständnis gewichen: „Wir können heute ein Objekt von A bis Z durchführen“, hebt Tischer hervor. „Unsere Zukunft ist der hochwertige Schwimmbadbau, von der Planung über die Ausführung bis hin zum Service.“ Man sei ja der Topras bewusst als Schwimmbadbauer beigetreten und nicht als Lieferant. Für den bekennenden Netzwerker Tischer eine optimale Verbindung: „Gerade durch ihre Beckenvielfalt hat uns die Topras neuen Rückenwind gegeben“, nennt Tischer ein Beispiel. „Unser Ziel ist es, dem Kunden eine von uns ausgewählte Variabilität zu bieten und nicht etwa einen Bauchladen.“ Schwimmbecken stellen mit 80% den Löwenanteil, dazu kommen die Bereiche Sauna und Whirlpool. Krülland könne vom Edelstahlbecken über Beton- und Fertigbecken bis hin zum hochwertigen Aluminiumbecken alle Wünsche erfüllen. Dazu komme eine besondere Kompetenz im Leichtbau sowie in der Salzwassertechnologie.

Über zehn Jahre beschäftigt sich Krülland mit dem Thema Salzwasser, seit gut fünf Jahren ist die Eigenentwicklung „SoftOcean“ auf dem Markt. Mit einem Anteil von 0,5 % Salz – der durchschnittliche Salzgehalt von Meerwasser liegt bei 3,5% – sorgt „SoftOcean“ für ein sehr mildes und weiches Salzwasser im Pool. „Dieses Know-how hilft uns dabei, neue Objekte zu gewinnen“, so Tischer, der derzeit vor allem bei hochwertigen Außenbecken eine hohe Nachfrage registriert. Auch Poolsanierungen im Premiumsegment sowie die Modernisierung von Innenbecken aus den 1960er und 70er Jahren seien gefragt. Für die Kunden stünden dabei Themen wie moderne Entfeuchtung, hochwertige Abdeckungen und eine zeitgemäße Energietechnik im Fokus. „Gerade bei Modernisierungen ist es wichtig für den Kunden zu wissen, dass nicht alles herausgerissen werden muss. Unser Credo lautet, den Kunden ehrlich zu ­beraten und nicht nur das schnelle Geschäft zu sehen. Denn wir können nicht gut billig“, bringt Dieter Tischer die Firmenphilosphie auf den Punkt.

„Wir bauen den Winter durch“
Angesichts der rasanten technischen Entwicklung im Premiumsegment stellt sich die Frage, was ein Schwimmbad­bauer zukünftig alles ­leisten kann und soll? ­„Alle Gewerke entwickeln sich weiter“, stellt Dieter Tischer fest. „Die Konsequenz könnte vermehrtes Outsourcing bedeuten oder im Aufbau eigener Spezialabteilungen liegen. Ich denke, die Zukunft wird eine Mischung aus beidem sein. Einerseits die Kompetenz im eigenen Haus auszubauen und andrerseits ein Netzwerk aus festen Partnerschaften zu etablieren.“ Bei Krülland existieren zum Teil jahrzehntelange Verbindungen zu anderen Firmen, etwa aus dem Bereich Garten- und Landschaftsbau.  Auch das Thema Internet spielt bei den Zukunftsplanungen eine wichtige Rolle. Zum einen als Marketinginstrument zur Kundenakquise, zum anderen als Kundenbindungsmittel. Mit poolfuchs.de betreibt Krülland einen Online-Shop, der als hochwertige Serviceplattform für die eigenen Kunden angelegt ist. Die Seite soll weiter ausgebaut werden, derzeit investiert Krülland massiv in den Bereich EDV.

Mit der aktuellen Geschäftsentwicklung ist Dieter Tischer sehr zufrieden. Der Umsatz liege über Vorjahr, der Auftragsbestand ist hoch. „Wir haben gut zu tun, alle Becken können wir über den Winter bauen.“ Für eine Verschnaufpause in der kalten Jahreszeit sieht man am Niederrhein keine Veranlassung. „Wir empfehlen den Kunden sogar, über den Winter bauen zu lassen. Zur Not stellen wir ein beheiztes Zelt auf“, erläutert Dieter Tischer. Die klare Ausrichtung auf das Premiumsegment mache das Unternehmen konjunktur- und witterungsunabhängiger, ist er überzeugt. Die Marke Krülland, einst als Pionier im Schwimmbadbau gestartet, hat seine neue Rolle in der Gegenwart gefunden. Beim Gang durch den Showroom fällt ein Werbeplakat auf, das es schlicht auf den Punkt bringt: Krülland – Der Beckenbauer aus Kaarst.

Fotos: Peter Lang, Krülland

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