Der Familienpool aus einer Hand

Der Familienpool aus einer Hand

Mit einem exklusiven Händlernetz, attraktiven Poolausstellungen und einer klaren Produkt- und Markenstrategie hat Axel Steinbach die deutsche Niederlassung des französischen Herstellers Desjoyaux zu einem relevanten Player in Deutschland gemacht. Wir trafen Axel Steinbach beim Desjoyaux-Partner Poolwelt Sindelfingen.

Drei Pools – der Klassiker in 8 x 4 Meter, ein langer Schwimmkanal mit Poolhalle sowie ein kleineres Freiformbecken mit Schwalldusche – so stellt sich Axel Steinbach, Geschäftsführer von Desjoyaux Deutschland, die Präsentation der französischen Poolmarke für seine Kunden vor. Wir befinden uns im Ausstellungsgelände der Poolwelt Sindelfingen. Das von Sylvia Kienzle und ihrem Mann geführte Unternehmen arbeitet seit 2006 mit Desjoyaux zusammen und gehört zu den größten Partnern in Deutschland.

Sylvia Kienzle und Axel Steinbach im Ausstellungszentrum der Poolwelt in Sindelfingen. Foto: DesjoyauxSteinbach selbst ist seit 2003 Geschäftsführer von Desjoyaux Deutschland, einer 100-prozentigen Tochter des französischen Herstellers, der im vergangenen Geschäftsjahr rund 70 Millionen Euro erwirtschaftete, 35 Prozent davon im Export.

In Deutschland fährt Steinbach bewusst seine eigene Strategie: Die Zentrale in Neufahrn bei München ist zugleich auch Flagship-Store, ansonsten liegt der Vertriebsfokus klar auf einem exklusiven Händlernetz von derzeit rund 30 Partnern (inklusive Österreich und der Schweiz).  „Jeder Partner genießt bei uns uneingeschränkten Gebietsschutz.

Außerdem kann er sich darauf verlassen, dass wir Desjoyaux-Produkte nicht über das Internet oder Dritte verkaufen“, so Steinbach. Umgekehrt verpflichtet sich der Händler, ausschließlich Desjoyaux-Produkte anzubieten. Der französische Hersteller fertigt in seiner Fabrik im Loiretal neben den Schalungselementen für die Becken auch Filteranlagen und Folienauskleidungen. Zuletzt wurde auch der Zulieferer für Poolhallen übernommen. „Produkte, die wir nicht selbst herstellen, erhalten in der Regel ein Desjoyaux-Labeling“, erläutert Axel Steinbach, der selbst lange in Frankreich gelebt hat.

Kunde profitiert von „Alles-aus-einer-Hand“-Konzept

Profiteur dieser Struktur sei in erster Linie der Kunde, so Steinbach. „Er erhält von ­unseren Händlern alles aus einer Hand und muss sich nicht mit verschiedenen Ansprechpartnern arrangieren.“ In den „La boutique“ genannten Shops der Händler erhält man zudem ein Komplettsortiment zum Thema Pool, inklusive Schwimm­hilfen und Gartenmöbel. Da die Händler nur Desjoyaux verbauen, seien sie zudem bestens vertraut mit allen Produkten.

In der vollautomatisierten Fertigungsstätte im Loiretal werden die Schalungselemente (im Bild eine Treppe), aber auch die Filter und Folien für den Weltmarkt produziert. Foto: DesjoyauxDie Basis eines Desjoyaux-Pools besteht aus einem Becken mit einem speziellen Schalungssystem sowie einer Filterung ohne Rohrleitung. Firmengründer Jean Desjoyaux hatte ein neuartiges Verschalungssystem entwickelt, das 1978 zum Patent angemeldet wurde. Die Schalungselemente aus recyclebarem Kunststoff lassen hinsichtlich Größe und Form des Pools keine Wünsche offen, außerdem ist das System schnell und zuverlässig montiert. Einmal aufgebaut, werden die Armierungsstäbe fixiert und der Pool in einem Arbeitsgang mit Beton ausgegossen. „Für einen 8 x 4 Meter großen Pool brauchen unsere Partner zwischen drei und vier Tage“, erzählt Axel Steinbach. Die Kostenersparnis durch die geringeren Arbeitskosten landen direkt im Portemonnaie des Kunden, so Steinbach.

Der zweite wesentliche Unterschied bei Desjoyaux ist das Filtersystem: Nachdem anfänglich Sandfilter verwendet wurden, entwickelte das französische Familienunternehmen 1983 ein ebenfalls patentiertes Membranfiltersystem, das ohne die sonst übliche Verrohrung auskommt. Es wurde seitdem ständig weiterentwickelt und kann entweder am Poolrand aufgesetzt oder in die Verschalung integriert werden.

Allen Unkenrufen, nach denen ein französischer Hersteller doch nicht an deutsche Qualitätsansprüche heranreichen könne, setzt Axel Steinbach entgegen: „Die Deutschen sind Reklamationsweltmeister, doch bei unseren selbst gefertigten Folien haben wir eine Reklamationsquote von weniger als einem Prozent.“ Außerdem werde in Frankreich sehr viel Geld in Forschung und Entwicklung gesteckt, Jahr für Jahr melde Desjoyaux zwischen zehn und 15 Patente an. Und für das patentierte Filtersystem gebe es immer wieder Anfragen. Unter anderem habe man auch zwei große Wasserinstallationen in den Freizeitparks in Rust und Brühl mit dem eigenen System ausgestattet.

After Sales-Service und neue Flagship-Stores

Der entscheidende Punkt, so Steinbach, sei aber: „Wir bauen hochwertige Pools, die sich auch normale Familien leisten können. Rund 90 Prozent unserer Kunden kommen aus diesem Bereich.“ Die spezifische Struktur von Desjoyaux ermögliche ein Qualitätsprodukt, das trotzdem relativ preisgünstig sei. „Bei uns gibt es eine klare Struktur, und keine Zwischenhändler, die das Produkt unnötig verteuern.“

Axel Steinbach mit dem Herzstück der Desjoyaux-Pooltechnik: Dem patentierten, kanalisationsfreien Filtersystem. Foto: DesjoyauxDazu komme ein ausgeprägter Servicegedanke bei Desjoyaux und seinen Partnern. „Wir bieten unseren Kunden diverse Serviceleistungen an, von der Überwinterung über einen 12-Monate-Komplettservice bis hin zu Fragen der Finanzierung.“ So könne man den eigenen Pool auch über ein Baukastensystem über mehrere Jahre bauen lassen – erst der Pool, dann die Poolhalle usw. Für handwerklich Begabte ist auch ein Selbstbau mit Unterstützung von Desjoyaux denkbar.

Seit der Gründung 2003, damals noch in Frankfurt, hat sich Desjoyaux in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum zweitstärksten Exportmarkt der gesamten Gruppe entwickelt. Axel Steinbach will sich auf diesen Lorbeeren aber nicht ausruhen und weiter Gas geben. Zum einen mit engagierten und kompetenten Händlern vor Ort, zum anderen mit selbst betriebenen Flagship-Stores. Dies sei eine Option für Regionen, in denen man keine Partner habe. Für 2016 sind die Eröffnung solcher Stores im Frankfurter Raum sowie im niederösterreichischen St. Pölten geplant.

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